Montag, 27. Juli 2009

Review-Reihe: Kino-Zeichentrickfilme der 60er, die NICHT von Disney stammen


Hiermit möchte ich vier Reviews ankündigen zu Filmen, die in Deutschland einen extrem geringen Bekanntheitsgrad haben, was in mancherlei Hinsicht seltsam ist. Immerhin stecken hinter allen vier Filmen bekannte Größen des Animationsfilms.


1. Gay Purr-ee

Sehr abstraktes, dennoch familientaugliches Musical, an dessen Umsetzung Zeichentricklegende Chuck Jones maßgeblich beteiligt war.



2. West and Soda
3. VIP



Beide Filme stammen von Bruno Bozzetto, der damit eine außerordentliche Leistung für sich verbuchen kann: Innerhalb von nur fünf Jahren konnte er damit gleich zwei lage Zeichentrickfilme aus dem Boden stemmen (neben seinen Kurzfilmen) und das zu einer Zeit, in der es kaum einschlägige Produktionen mit Spielfilmlänge gab. Beide Filme sind absolut typisch für Bozzetto, hierzulande am besten bekannt für seine Kult-Figur Herr Rossi und seinen dritten Langfilm "Allegro non Troppo" von 1976.



4. The Man Called Flintstone

Gleich vorweg: Der einzig schlechte Film der Reihe und unwürdig als Abschluss der großartigen Serie, die bekanntlich Maßstäbe gesetzt hat. Und das, obwohl das legendäre Duo Hanna & Barbera höchstpersönlich die Produktion leitete und auch Regie führte.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Das Wunder von Bern (2003)

In meiner losen Reihe zum Neuen Deutschen Kino:



Der legendäre WM-Sieg von 1954 eignet sich geradezu perfekt für ein emotionsgeladenes Nationalepos: Eine Underdog-Geschichte, die einen magischen Moment in der deutschen Nachkriegsgeschichte darstellt und vor dessen Hintergrund es sich beinahe aufdrängt, die Befindlichkeiten des deutschen Volkes abzubilden, schließlich bedeutete der Sieg für die vom Krieg zerrüttete Generation erstmals wieder so etwas wie Nationalbewusstsein und auch so etwas wie Stolz auf die Heimat – beim Fußball immerhin eine ganz selbstverständlich akzeptierte Einstellung. Sönke Wortmann hat diesen Stoff (der für ihn angeblich die Erfüllung eines persönlichen Traums bedeutet) mit entsprechenden Ambitionen umgesetzt und versucht sowohl den Generationskonflikt zu illustrieren, die bekannten Mythen ein wenig zu erklären und gleichzeitig ein glaubwürdiges Gesellschaftsporträt zu inszenieren. Dabei scheitert er schon an einer simplen Tatsache: „Das Wunder von Bern“ ist wie kaum ein anderer Film vollkommen am eigentlichen Gegenstand vorbei inszeniert, das es schon fast an Dreistigkeit grenzt. Da wird einem jedes Spiel bis zum Finale vorenthalten, auch wenn man den Spielern bis in die Umkleidekabine folgt. Wenn diese Aussparung jeglicher Sport-Szenen (im gesamten Film gibt es nur wenige Minuten schlecht choreographierten Fußball zu sehen) Spannung aufbauen sollte, dann ist dieses Unternehmen gründlich in die Hose gegangen.

Beispielsweise zeigt uns der Film den WM-Held Helmut Rahn bei der Abfahrt, beim illegalen Kneipenbesuch, beim Frust-Abbau weil er nicht aufgestellt wird. Seine ersten Erfolgserlebnisse, Einsatz und Torerfolg, wird dem Zuschauer ebenso vorenthalten wie jeder andere Blick auf das eigentliche Geschehen, die Weltmeisterschaft. Das am Ende auf erbärmliche Weise die Computer-Unterstützung jeden Anflug von Kino-Zauber zerstört, deklassiert Wortmanns Machwerk als bestenfalls überdurchschnittlichen Fernsehfilm, aufgeblasen für die große Leinwand, kann deren Anforderungen aber kaum gerecht werden. Das Sönke Wortmann, dessen beste Filme („St. Pauli Nacht“, „Kleine Haie“) tragikomischer Natur und eher „klein“ sind, kein Bilderstürmer ist, war abzusehen – das ihm aber jeglicher Sinn für die Magie des Augenblicks zu fehlen scheint, ist in fataler Weise verblüffend und so ähnelt der an allen Fronten scheiternde Film dem sprichwörtlichen Autounfall. Obwohl den Bildern jegliche Größe fehlt, müssen Zugeständnisse an die hervorragende Ausstattung gemacht werden, die sich wirklich sehen lassen kann und in keinem Vergleich steht zur extrem schwachen Tricktechnik. Darstellerisch solide, kann vor allem Newcomer Sascha Göpel als Helmut Rahn überzeugen, dessen Charakterzeichnung nichtsdestotrotz jegliche Schärfe fehlt. Dieses Los teilt er allerdings mit jeder anderen Figur, die entweder zur bloßen Staffage ohne jegliche dramaturgische Funktion verkommen (wie der trotzdem tolle Lukas Gregorowicz als Reporter) oder aber oberflächlich gezeichnete Klischeebilder verkörpern (Mirko Lang als älterer Sohn und überzeugter Kommunist).

Überhaupt mutet sich Wortmann nach einem stimmungsvollen Beginn zu viel zu: Er versucht dem Generationskonflikt, der schwierigen und hier übertrieben schwülstigen Heimkehrer-Thematik, einer dazugehörigen Vater-Sohn-Schmonzette und natürlich dem WM-Geschehen gerecht zu werden, vergisst aber dabei vor allem letzteres. Hätte der Film ganz die Perspektive des Zuschauers gewählt, der das Event nur aus der Ferne am Radio und Fernseher verfolgen kann, eingenommen, so wäre mehr Platz für die Einzelschicksale gewesen und hätte auch die Vorenthaltung jeglicher Szenen der WM gerechtfertigt. Nur in wenigen Szenen schafft es Wortmann, diese Stimmung zu vermitteln, wenn etwa leer gefegte Straßen gezeigt werden, wenn es wirklich zur Sache geht. Doch warum führt Wortmann Persönlichkeiten wie Helmuth Rahn und Sepp Herberger ein, wenn er an ihrer Entwicklung offensichtlich nicht interessiert ist? Die legendären Floskeln von Herberger werden hier schelmisch vorgeführt und als kalkulierte Sprichwörter in Szene gesetzt, was angesichts der oberflächlichen Erzählung nur noch unfreiwillig komisch wirkt.

Ein Sport-Epos ohne Sport also, das sich obendrein als rührseliger Familienfilm versteht und das Kriegsversehrten-Trauma ungeheuer kitschig in Wohlgefallen auflöst. Wohl auch aufgrund der dürftigen Psychologisierung kann Peter Lohmeyer in der schwierigsten Rolle kaum überzeugen. Auch dem neu erwachten Patriotismus wird keine Aufmerksamkeit geschenkt und hier vergibt der Film seine letzte Chance, zumindest auf politischer Ebene zu überzeugen und die gezeigten Problematiken in moderne Fragen umzuformulieren. All diese frappierenden Unzulänglichkeiten, die für einen enorm lieblosen Anstrich sorgen, können auch nicht durch historisch akkurate Details vergessen gemacht werden.

03/10

Montag, 6. Juli 2009

Happy Birthday

Haufenweise symapthische Leute feiern heute ihren Geburtstag. Grund genug für eine neue Kategorie...




Was soll ich zum schönsten Kuriosum aus dem Weißen Haus seit Richard Nixon sagen? Danke für alles...


Am gleichen Tag Geburtstag wie der ehemalige Mr. President. Da bietet sich eine gemeinsame Party der beiden Weltverbesserer und Friedens-Stifter doch geradezu an...


50 Cent wie man ihn kennt und liebt: Unverstellt, authentisch und nachdenklich. Und ein gigantischer Schauspieler ist das Multitalent obendrein - aber wem erzähl ich das eigentlich?


Last but not least: John Rambo. Möge er auch noch im Rentenalter fähig sein, ganze Armeen im Alleingang in Fetzen zu schießen. Ein großer Mann, der schon längst seinen Beitrag zum Weltkulturerbe geleistet hat und auch im Alter noch blendend aussieht...

TV Tipps 06.07. - 10.07.09



Mo, 06.07.

20:15 – 22:05 Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett (Super RTL)

Nette Disney-Produktion, die tricktechnisch versiert Realfilm- und Zeichentrick-Sequenzen verbindet, allerdings unter der drögen Rahmenhandlung leidet. Das Fußballspiel ist aber zu Recht legendär...

22:45 – 00:45 Auf der Flucht (WDR)

Packender Reißer, den aber eh jeder gesehen hat. Ist trotzdem heute noch sehenswert und hat nur wenig Staub angesetzt...

Di, 07.07.

20:15 – 23:10 Superman – The Movie (Tele 5)

Die erste echte Comicverfilmung, von deren Klasse immer noch jede Genreproduktion zehrt. Richard Donner hat hier ganz einfach Maßstäbe gesetzt. Mehr hier..

Mi, 08.07.

20:15 – 22:10 Knockin' on Heaven's Door (Kabel Eins)

Temporeiche Road-Movie-Komödie, die sich ehrfurchtsvoll vor ihren Vorbildern verneigt und durch Wortwitz und skurrile Figurenzeichnung äußerst gut unterhält.

00:10 – 01:35 Lonesome Jim (Arte)

Stilsicher inszenierter Independent-Film von Steve Buscemi mit einem hervorragenden Casey Affleck in der Hauptrolle. Tipp der Woche, da den erfahrungsgemäß nur wenig Leute kennen...

Do, 09.07.

20:15 – 22:05 American Pie 3 (Vox)

Furchtbarer dritter Teil der erfolgreichen Reihe, in dem viel zu früh Heirat und Sesshaftigkeit thematisiert werden. Nicht nur damit ist er der konservativste der „Trilogie“ (hüstel), auch wenn der übermäßig eingesetzte Fäkalhumor einen anderen Eindruck macht. Aber ich bin befangen, mochte den ersten Teil sehr und hätte mir auch noch weitere Abenteuer mit den Idioten gegeben...

23:50 – 01:30 Shaft (HR)

Der Mainstream-Film unter den Blaxploitern, streng genommen ist er gar keiner. Trotzdem sehr nett, mit groovendem Score und einem charismatischem Richard Roundtree in seiner Paraderolle...

Fr, 10.07.

14:30 – 15:45 Aljosche – Der ruhmreiche Recke (MDR)

Erster und bisher einziger Langfilm von Konstantin Bronzit. Habe alle seiner Kurzfilme gesehen (Reviews folgen) und bin daher schon ganz heiß auf „Aljoscha“, auch wenn es sich um eine Auftragsarbeit handelt. Dennoch klingt die Geschichte, die auf einem russischen Volksmärchen basiert, sehr originär und damit spannend...

20:15 – 21:45 Die Hexe und der Zauberer (Super RTL)

Abseits der handelsüblichen Märchen-Dramaturgie, die in den Disney-Filmen bereits ausreichend ausgespielt wurde, entwickelt Wolfgang Reithermann einen ganz neuen, beschwingten Stil, der den Disney-Filmen ein ganz anderes Gesicht verleiht, die eigene Herkunft aber auch achtet. Trotz der episodischen Struktur verfügt das Werk über eine bemerkenswerte erzählerische Geschlossenheit...

Sonntag, 5. Juli 2009

Filmtagebuch: Krabat & Krabat

Ottfried Preußlers berühmtes Jugendbuch, vielfach ausgezeichnet und schon lange Schulliteratur-Standard, bekam bisher zwei Spielfilm-Adaptionen spendiert, die unterschiedlicher kaum sein könnten. So ist die tschechische Version des Stoffes bereits 1977 als Animationsfilm unter der Regie des erfahrenen Karel Zeman entstanden, 2008 folgte dann die teuer produzierte Verfilmung von Marco Kreuzpaintner. Da mir die Vorlage gänzlich unbekannt ist, kann ich keine weiteren Vergleiche ziehen, Zemans Adaption orientiert sich allerdings stärker auf die ursprüngliche Volkssage und reduziert die Dramaturgie des Buches auf ein Minimum, während „Krabat“ von Kreuzpaintner so etwas wie eine definitive Umsetzung sein will. Beide Filme tragen den gleichen Titel, driften qualitativ aber ebenso weit auseinander wie erzählerisch. Vor ein paar Wochen habe ich ein Double Feature gewagt, hier dazu ein paar Wörter.



Krabat (1977)
Karel Zeman erweist sich als der beste Mann für ein Projekt dieser Art, als führender Animationsfilmer seines Landes blickte er bereits während der beinahe vierjährigen Dreharbeiten auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, arbeitete mit allen erdenklichen Unterkategorien und Stilmitteln des Genres. Sowohl mit Collage- als auch mit traditioneller Animationskunst hatte er Erfahrung, weiterhin mit der Verbindung von Zeichentrick- und Realfilmsequenzen sowie im Bereich des Puppentrickfilms. Gerade letzteres beeinflusst „Krabat“ deutlich, die bewusst staksigen und abgehakten Bewegungsabläufe und die kantige Beschaffenheit der Landschaften und Innenräume erinnern an Marionetten- oder Scherenschnitt-Verfahren. Die Handlung mitsamt der komplexen Personenanzahl wird auf ihr Grundgerüst entkleidet, echte Charaktervertiefung strebt der Film nicht an. Vielmehr widmet er sich detailverliebt und mit expressiver Bildsprache der Beschwörung einer dunklen Atmosphäre, was ausgezeichnet gelingt. Dazu trägt auch der befremdliche, unbequeme Score bei, sodass der Film für die jüngsten Zuschauer nicht geeignet ist. Wie für einen tschechischen Animationsfilm fast schon üblich, ist „Krabat“ geradezu vollgestopft mit systemkritischen Allegorien und intelligenten Sinnbildern, die dem Gesamtwerk eine nicht zu unterschätzende politische Komponente verleihtn in der gedankliche Verführung das bestimmende Motiv ist. In seiner Vielfältigkeit und seinem visuellen Reichtum ist er der Realfilm-Version meilenweit voraus und auch insgesamt der erwachsenere, reifere und besser durchdachte Film. Getragen von einem ernsten Ton, schimmert oftmals auch eine subtile Ironie durch, die vornehmlich durch besonders krude Details entsteht, sich aber nie in den Vordergrund drängt. Neben dem ausdrucksstarken Off-Kommentar gibt es nur wenige gesprochene Wörter, keinen einzigen längeren Dialog – was hier den Charme eines mündlich überlieferten Märchens kreiert, wird in Kreuzpaintners Version zum abgeschmackten, vereinfachenden Stilmittel ohne wirkliche Daseinsberechtigung - denn anders als hier bei Zeman wird dort ständig geredet und geredet und geredet. Auch die Verführungskraft der Magie und deren innewohnende zerstörerische Kraft wird von Zeman weitaus treffender und eindringlicher auf die Leinwand gebracht. Unterm Strich bleibt nur zu sagen, das er die weitaus bessere der beiden Verfilmungen ist und in Deutschland leider immer noch einer angemessenen Veröffentlichung entgegen harrt. Die Synchronisation ist überdies sehr gelungen...
7,5/10



Krabat (2008)
Obwohl Marco Kreuzpaintner bereits beachtliche Erfahrung als Regisseur sammeln und sogar in den USA arbeiten konnte, gelingt ihm anders als Zeman weder ein individueller noch ein spannender oder nur unterhaltsamer Film. Trotz hervorragender Ausstattung, sei es das schöne Set-Design oder die gelungene Kulissenwahl, versagt Kreuzpaintner bei dem Versuch, einen deutschen Blockbuster kreieren zu wollen, der mit aller Gewalt internationalen Standards genügen will. Als besonders peinlich ist hier eine stümperhaft geschnittene, unbeholfene Kampf-Sequenz heraus zu heben – inszenatorische Schnitzer wie diese, eine langatmige Dramaturgie inklusive vieler redundanter Dialoge und die teilweise unausgereiften CGI-Spielereien zerstören jeden Anflug von magischer Anziehungskraft. Die latente Homosexualität der Geschichte nimmt Kreuzpaintner dankbar auf und rückt besonders Robert Stadlober so schwuppig wie möglich ins Bild, aber das nur am Rande. Im Audiokommentar räumt der Regisseur zum Schluss ein, das es sich um eine reine Auftragsarbeit handelt, was man dem Film letztlich auch in jeder Einstellung ansieht. Da ist der wenig glaubwürdige und heillos überforderte Hauptdarsteller David Kross das geringste Problem, da sich dessen Naivität wenigstens halbwegs sinnvoll in seiner Figur niederschlägt, die sich ja auch die meiste Zeit emotionale nicht zurecht findet. Genauso sieht Kross dann auch die meiste Zeit aus. Selbst visuell kommt „Krabat“ 2008 eher wie ein aufwendiger Fernsehfilm als eine Kinoproduktion daher, unmotivierte Nebendarsteller wie Daniel Brühl mit einer selten gelangweilten Mine sprechen die gleiche Sprache. Das hier ein urdeutscher, volkstümlicher Stoff auf die Leinwand gebracht wurde kann nicht darüber hinweg täuschen, das es sich um einen glatt gebügelten Genrefilm handelt, der dem Erfolg von großen Fantasy-Filmen wie „Herr der Ringe“ oder auch „Harry Potter“ hinterher hechelt, dabei aber nur Staub zu schlucken bekommt.
03/10

Mittwoch, 1. Juli 2009

Filmtagebuch: Neuer Deutscher Film (II)



Sommersturm (2004)
Der bisher wohl beste Film von Marco Kreuzpaintner, der in den letzten Jahren eine beachtliche Karriereentwicklung durchgemacht hat. Noch vor seinem USA-Ausflug „Trade“ und dem hoch produzierten Schrottfilm „Krabat“ inszenierte Kreuzpaintner mit „Sommersturm“ einen sehr persönlichen Film, da er autobiografische Züge trägt und auch von den Coming-Out-Erfahrungen des Regisseurs erzählt. Dank einfühlsamer und frischer Darsteller und einer geschickt zwischen Humor und Ernsthaftigkeit tangierenden Dramaturgie, die es gegen Ende dann aber zu gut meint mit symbolbehafteten Bildkompositionen. Fast jedes Bild ist geschickt digitalisiert, dennoch kommt der Film ästhetisch kaum über besser produzierte Fernsehkost hinaus. Mit einigen Abstrichen sehenswert...(06/10)

Schwere Jungs (2007)
Die bayerische Variation des Komödien-Hits „Cool Runnings“ versprüht jede Menge Lokalkolorit und bietet unverfälschte Charakterzeichnungen sowie einen geduldig entwickelten Handungsbogen. Mit den Klischees des Sportfilms spielt „Schwere Jungs“ allerdings nur selten, belässt es bei einer recht konventionellen Durchstarter-Story, die auf wahren Begebenheiten fußt, ohne das ich hier beurteilen will, inwiefern das überhaupt eine Rolle spielt. Der kernige Witz und die hervorragende Besetzung inklusive Gaststar Bastian Pastewka sorgen dann für einen positiven Eindruck, der nur leicht durch die unbeholfen gefilmten Sport-Sequenzen verwässert wird...(6,5/10)

Märzmelodie (2008)
Der perfekte Sommerfilm. Eine romantische Komödie mit leicht bittersüßer Note und besonderem Kunstgriff. Wie in einem Jukebox-Musical werden bekannte Pop- und Rocksongs in die Dialoge eingeflochten, ohne das aber Genre-Regeln befolgt werden. Die Figuren singen nicht mit eigener Stimme, es erklingt an den entsprechenden Stellen der Originalsong – was dazu führt, das die jeweilige Figur mit unterschiedlichen Stimmen singt. Zudem werden nur ausdrucksstarke und perfekt in die Situation gestreute Schnipsel gesungen, meist als Folge eines Gefühlsausbruchs. Die Musik fängt an, wo die Worte eigentlich aufhören – dieses clever verwendete Stilmittel sorgt für eine Dynamik, für kurzweilige Unterhaltung, die so charmant ist, das auch seichtere Wendungen dem Film niemals den Zauber rauben. Formal relativ einmalig im deutschsprachigen Raum, überrascht vor allem die unbeschwerte Leichtigkeit, mit der Regisseur Martin Walz seine „Märzmelodie“ erklingen lässt...(08/10)

Solino (2002)
Fatih Akin spannt in seiner Einwanderer-Familienchronik einen breiten zeitlichen Bogen, der fesselndes Einzelschicksal subtil vor der Kulisse jüngerer deutscher Geschichte ablaufen lässt. Der ganz lange Atem zum Meisterwerk fehlt dem Film noch, insbesondere in der Gewichtung einzelner Zeitabschnitte. Dennoch gelingt Akin ein glaubwürdiges Porträt der Lebensbedingungen von Immigranten in den 60er-80er-Jahren, vergisst aber nie die dichte Handlung mit Humor aufzulockern, der sich nie anbiedert sondern ganz natürlich zu facettenreichen Gesamtwerk passt. Neben diesen Aspekten erzählt „Solino“ auch von der Liebe zum Kino, von der Hingabe an das Medium Film und um die Leidenschaft, die ein Künstler zum kreativen Schaffensprozess benötigt. Auch in seinen traurigen Szenen bleibt der Film nüchtern, realistisch aber immer lebendig und lebensbejahend. Eine Ode an das Leben, die Lust und den Film. Allgemein propagierte familiäre Werte beleuchtet Akin dabei eher kritisch und pessimistisch, doch auch nicht ohne Hoffnung...(8,5/10)



Sommer vorm Balkon (2005)
Noch vor dem beherzten „Wolke 9“ gelang Andreas Dresen dieser Geniestreich. Bei aller Realitätsnähe ödet der Film nie an, verbindet scheinbar mühelos schwermütige Melancholie mit herzerfrischender Komik, ganz ohne Kopflastigkeit oder eine aufdringlich-“wichtige“ Moral. Den Kern dieses einfachen und doch so komplexen Meisterstücks zu erfassen, ist nicht leicht und noch schwerer in Worte zu fassen. Wer sich aber auf den ruhigen und aufrichtig ehrlichen Film einlassen kann, findet unter den oberflächlich als Banalitäten erscheinenden Eckpunkten der Handlung echtes menschliches Drama, wie aus dem Leben gegriffen – auch wenn das abgedroschen klingt. Nur selten vermag Kino so etwas derartig authentisch abzubilden und erlebbar zu machen; nicht einmal den berühmten Dogma-Filmen gelingt dies besser...(9,5/10)


Harte Jungs (2000)
Knallharte Jungs (2002)
Nur ganz kurz, hab die Filme auch nur nebenbei laufen gehabt weil sie zufällig im Fernsehen liefen. Auch ohne diesen Rotz aufmerksam zu verfolgen, lässt sich sagen, das solche Filme den schlechten Ruf des deutschen Humors untermauern. Alberne Zoten, geschmackloser „Humor“, abgrundtief verlogene Klischeebilder und ganz ganz schlechte darstellerische Leistungen positionieren schon den ersten Teil in die unterste Schublade. Das Fremdschämen kann im Nachfolger dann tatsächlich noch etwas angehoben werden, auch wenn die unglaubwürige, sexistische und einfach zum Kotzen unkomische Travestie-Komödie sich als Abklatsch von Teenie-Schrott wie „Eis am Stiel – Hasenjagd“ gibt. Eine als potthässliche Frau verkleidete fette Sau, verschmierte Körperflüssigkeiten, sprechende Pimmel und dergleichen sind einfach nicht komisch. Es sei denn sie kommen aus dem Hause Troma aber das ist eine andere Baustelle, die sich deutlich mehr zu beackern lohnt als bodenloser Schwachsinn wie „Harte Jungs“. Diese beiden Machwerke sind schlichtweg desaströse Peinlichkeiten von epischem Ausmaß und nicht einmal ansatzweise als Trash goutierbar...(natürlich 01/10 in beiden Fällen)

Kurzfilme:



Tramper (2004)
Die beklemmende Grundsituation, die vor den Credits mit einem kleinen Paukenschlag eingeläutet wird, ist für jeden Zuschauer greif- und vorstellbar. Geschickt spielt der Film mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, verfügt dank cleverer Kameraführung über eine dichte Atmosphäre. Auf diversen Festivals gefeiert, zielt „Tramper“ (für einen Kurzfilm aber durchaus in Ordnung) auf den bloßen Effekt ab und setzt mit dem finalen Twist einen markanten Schlusspunkt.(07/10)

Spielerfrauen (2006)
Kurzfilm von Martin Walz, enthalten im Bonusmaterial auf der DVD zu „Märzmelodie“ - ein amüsanter Spaß, der schnell vorbei ist und keine sonderliche Wirkung hinterlässt. In einer einzigen Einstellung gedreht, können die gepfefferten Dialoge überzeugen. Auch die Grundidee, drei gelangweilte Frauen von Fußballstars dabei zu zeigen, wie sie das Spiel ihrer Männer verfolgen, kann als originell durchgehen und verarbeitet damit leicht sarkastisch die allgemeine Fußball-Euphorie: Gerade die Gattinnen, die am nächsten dran sind und von Ruhm und Reichtum profitieren, haben keinerlei Herz für den deutschen Volkssport Nummer Eins. Vergnüglich, aber ebenso schnell vergessen wie angeschaut...(05/10)

Spielzeugland (2007)
Der diesjährige Oscar-Gewinner der Kategorie „Bester Kurzfilm“ entpuppt sich als bleischwere, dabei aber schlichte und banale Holocaust-Geschichte. Konsequent aus der kindlichen Perspektive gedreht und mit einer gewissen inszenatorischen Leichtigkeit versehen, hätte aus dem parabelhaften Stoff durchaus etwas werden können. Ohne jede erzählerische Flüssigkeit vegetiert der Film über seine bescheidene Laufzeit dahin und dabei sind die wenig überzeugenden Kinderdarsteller noch das geringste Problem. Der Film begegnet seinem Thema konventionell und schleppt sich zu einem extrem vorhersehbaren Ende, dessen humanistischer Anstrich zwar bestimmt gut ankommt, dem aber jegliche Glaubwürdigkeit fehlt...(04/10)

Montag, 29. Juni 2009

TV Tipps 29.06. - 03.07.09



Montag, 29.06.

20:15 – 22:45 Backdraft (Kabel Eins)

Klebriges, pathetisch gespieltes Action-Drama von Ron Howard. Trotz etlicher Stars ebenso langweilig wie unfreiwillig komisch – nur die stark inszenierte Action kann oberflächlich gefallen...

22:45 – 00:20 Bloodsport (Kabel Eins)

Kultfilm des Kampfsport-Genres und Start in eine wechselhafte Karriere für Van-Damme. Die stark choreografierten Kämpfe und die Videospiel-Handlung sind auch heute noch sehenswert...

22:45 – 00:45 The Game (WDR)

Der Film ist nicht halb so raffiniert, wie er sich gibt und scheitert am konstruierten Twist. Beim ersten mal anschauen sicher unterhaltsam, insgesamt aber eine eher vergessenswerte Arbeit von David Fincher. Sieht immerhin schick aus...

Dienstag, 30.06.

07:35 – 09:00 Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh (Tele 5)

Exzellenter Zeichentrickfilm von Don Bluth, der dem harmlos-unverfänglichen Ton der Disney-Filme der frühen 80er den Rücken kehrt und eine anspruchsvolle, düstere Erzählung in hervorragend animierte Bilder kleidet. Technisch nur knapp hinter dem Disney-Standard beeindruckt der Film vor allem durch dichte Atmosphäre, vielschichtige Charaktere und perfekt abgestimmte humoristische Einschübe...

20:15 – 22:35 – Maverick (Kabel Eins)

Vergnügliche Western-Komödie nach einer alten TV-Serie. Ein gut aufgelegter Mel Gibson macht mit Charme und Esprit so manchen Durchhänger im Drehbuch vergessen...

20:15 – 22:30 Wargames (Das Vierte)

Veralteter Paranoia-Thriller mit Ferris Bueller. Heute eher zum belächeln, macht der Film doch eine Menge Wind um nichts und wird gerade zum Ende hin künstlich aufgebauscht. Dennoch nett, die Grundidee hat Potential...

22:00 – 00:00 Codename:Nina (Tele 5)

Völlig überflüssiges Remake zu „Nikita“, das nahezu sämtliche prägnante Szenen und die gesamte Dramaturgie übernimmt, ohne jemals einen eigenen Ansatz zu entwickeln. Routiniert inszeniert und solide gespielt aber so nötig wie eine dritte Brustwarze...

Mittwoch, 01.07.

20:15 – 22:30 Ronin (Kabel Eins)

Anachronistischer Action-Krimi, der sich ganz den Traditionen des Genrekinos der 70er verpflichtet und atemberaubende Stunts und Verfolgungsjagden bietet. John Frankenheimers pessimistisches Spätwerk bietet mehr, als die triste Oberfläche zunächst vermuten lässt...

22:30 – 01:00 Leon – Der Profi (Kabel Eins)

Jeder kennt ihn, fast jeder findet ihn toll. Auch wenn der Film aufgrund einer eher unbeholfen agierenden Natalie Portman (aber Luc Besson hat ja generell kein Händchen für die Besetzung weiblicher Figuren) und eher inkonsequentem Nihilismus nicht das Über-Meisterwerk ist, sollte man Jean Reno in dieser Glanzrolle schon gesehen haben...

Donnerstag, 02.07.

20:15 – 22:30 E-Mail für dich (Vox)

Wenig charmante moderne Screwball-Comedy, ohne Schwung, Tempo oder Scharfzüngigkeit. Das Original von Lubitsch ist unter Garantie um Welten besser...

23:15 – 01:05 Postman Blues (WDR)

Großartiger, verspielter Genremix von Kult-Regisseur Sabu. Muss nochmal aufgefrischt werden...

Freitag, 03.07.

20:15 – 22:25 Sliver (Das Vierte)

Dröger, prüder Erotik-Thriller im Fahrwasser des stilbildenden „Basic Instinct“ - weder dessen prickelnde Erotik noch subversive Dreistigkeit erreicht dieses öde Filmchen...

21:20 – 22:20 Die Drei Muketiere (Super-RTL)

Wenig aufregende Video-Produktion von Disney, die aber trotz liebloser Geschichte und formeller Simplizität ein sympathisches Wiedersehen bereitet mit Mickey, Donald und Goofy, die hier erstmals die Hauptrollen in einem Langfilm spielen. Hat mir – mit Abstrichen – gefallen, denn der teilweise köstliche Slapstick erinnert in den besten Momenten an klassische Cartoons...

22:00 – 00:10 Species (RTL II)

Nicht nur aufgrund der schaurigen Effekte von Giger sehenswert, auch der atmosphärische Score und die inszenatorische Sicherheit von Roger Donaldson sorgen für passable Genre-Unterhaltung...

00:25 – 02:10 Tomcats (Pro 7)

Hirnverbrannte, nur selten witzige Komödie, immerhin mit annehmbaren Darstellern besetzt und etwas über dem Bodensatz (z.B. „Party Animals“) anzusiedeln. Trotzdem sollte man Freitag nachts echt was anderes machen...

Donnerstag, 25. Juni 2009

Animierte Kurzfilme: The Chubbchubbs save Xmas (2007)



Und hier der fünf Jahre jüngere Nachfolger...

Animierte Kurzfilme: The Chubbchubbs! (2002)



Bekam im Jahre 2003 den Oscar als bester animierter Kurzfilm. Desweiteren wurde er auch für den BAFTA (British Academy of Film and Television Arts) Award als bester animierter Kurzfilm und für den Goldenen Bären als bester Kurzfilm nominiert.

Freitag, 19. Juni 2009

TV Tipps 20.06. - 26.06.09



Samstag, 20.06.

20:15 – 22:15 Mars Attacks! (RTL II)
Grandioser Spaßfilm von Tim Burton, der genüsslich das Emmerich-Kino parodiert und durch irrwitzigen Humor begeistert. Die Stars geben sich die Klinke in die Hand, die Effekte sind prächtig. Gefällt mir überaus gut, auch noch nach Jahren...

20:15 – 22:15 Verliebt in eine Hexe (Sat.1)
Basierend auf einer alten Sitcom entstand diese banale und unlustige Komödie, die immerhin Nicole Kidman als glaubwürdige und „zauberhafte“ Hauptdarstellerin für sich verbuchen kann...

22:15 – 00:35 Interview mit einem Vampir (RTL II)
Eleganter, opulenter Bilderbogen und eine der originellsten Vampirgeschichten der 90er-Jahre.

Sonntag, 21.06.

18:30 – 20:15 Otto – Der Liebesfilm (Kabel Eins)
Unerträglicher Schrott, neben dem „Otto – Der Film“ wie ein Meisterwerk aussieht...

20:15 – 22:10 Aeon Flux (Pro 7)
Alberner Effektfilm, bierernst und ganz auf „Style“ getrimmt. Ein seelenloses, leeres Produkt von einem Film. Hab nach wenigen Minuten abgeschaltet soweit ich mich erinnern kann. Noch toller ist nur „Ultraviolet“...

22:45 – 01:05 Wir Waren Helden (Tele 5)
Martialischer Kriegsfilm mit eindrucksvollen Schlacht-Sequenzen und teilweise drastischen Brutalitäten. Obwohl ein Loblied auf die Tapferkeit des gemeinen Soldaten gesungen wird ist der Film keineswegs so naiv patriotisch wie der deutsche Titel und die Besetzung mit Mel Gibson suggerieren...

23:15 – 01:05 Demolition Man (NDR)
Unterhaltsamer, leidlich komischer Krawall-Actionfilm ohne Substanz, dafür mit mächtig Drive und starken Tricks...

00:15 – 01:55 Robin Hood – König der Vagabunden (ARD)
Eine der besten Verfilmungen der Legende um den englischen Edelmann. So sauber und aufrichtig wie Errol Flynn sollten Helden nie wieder sein, auch nicht in Hollywood...

Montag, 22.06.

20:15 – 22:30 Instinkt (Kabel Eins)
Langweiliger und schlecht gespielter Öko-Quatsch ohne jeden Nährwert aber mit ganz viel Schmalz...

21:00 – 01:15 Der lange Affen-Abend (Arte)
Nach dem unerreichten, stilbildenden Meisterwerk „King Kong und die weiße Frau“ gibt es im Anschluss noch die wesentlich seltener gesendeten „King Kongs Sohn“ (1933) und „Panik um King Kong“ (1949). Wenn das mal keine Aufforderung ist, den Recorder zu programmieren...

22:45 – 00:20 Kiss Kiss, Bang Bang (ZDF)
Das Regie-Debüt von Shane Black (bester Drehbuchautor für Actionfilme überhaupt) ist schlichtweg einer der besten, witzigsten und am cleversten konstruierten A-Filme der letzten zehn Jahre. Die kluge Montage, das durchdachte Drehbuch und die exzellenten Darsteller (u.a. Val Kilmer in seiner mit Abstand besten Rolle) garantieren ein Verwirrspiel auf höchstem Niveau, dem bei aller Geschwindigkeit niemals die Übersicht verloren geht. Ein leider relativ unbeachtet gebliebenes Meisterstück...

Dienstag, 23.06.

20:15 - 22:15 Ich liebe dich zu Tode (Das Vierte)
Ist in meiner Erinnerung schon ordentlich verblasst, meine aber, das man es hier mit einer sehenswerten schwarzen Komödie mit ordentlichem Schuss südländischen Temperament zu tun hat. Immerhin von Lawrence Kasdan und mit prominentem Cast...

20:15 – 21:45 Texas Rangers (Kabel Eins)
Bieder ausgefallener Versuch eines modernen Western, ohne den Elan und die augenzwinkernde Ironie eines „Young Guns“ oder „Schneller als der Tod“. Routinier Steve Miner, eigentlich meist im Horrorfilm zuhause, weiß nichts anzufangen mit dem Stoff und auch die bekannten Darsteller (James van der Beek, Ashton Kutcher) machen einen unbeholfenen Eindruck. Magere TV-Produktion, die man meiden sollte...

Mittwoch, 24.06.

20:15 – 22:45 Fools Rush In (Kabel Eins)
Vorhersehbare und harmlose Romantic-Comedy mit Matthew Perry und Salma Hayek, zwischen denen die Chemie überraschend stimmig scheint. Als schneller Snack für zwischendurch akzeptabel, auch wenn sich der Film in fast jeder Hinsicht den Klischees des Genres beugt...

22:25 – 00:05 Stephen King's Thinner (Kabel Eins)
Der Film, der Tom Hollands Karriere für viele Jahre blockierte. Nicht gesehen, ist aber bestimmt relativ „dünn“... ;)

23:00 – 01:25 Amores Perros (SWR)
Kraftstrotzender, virtuos gefilmter Episodenfilm, der die einzelnen Segmente kunstvoll ineinander verflechtet und nie die Nähe zu seinen Figuren vergisst. Bestechende Filmkunst aus Mexiko, klare Empfehlung...

Donnerstag, 25.06.

20:15 – 22:30 Asterix und Obelix gegen Cäsar (Sat.1)
Die Asterix-Comics gehören völlig zu recht zum jüngeren französischen Kulturgut und da war es wohl nur eine Frage der zeit, bis man eine Bombast-Adaption aus der Wiege hebt. Das „Asterix“ ebenso wie „Lucky Luke“, „Tim & Struppi“ und andere Klassiker des europäischen Comics einfach nicht als Realfilm funktionieren können, wird angesichts dieses verschwenderischen aber gänzlich uninteressanten Films schmerzlich klar. Vom intelligenten Humor der Vorlage bleibt nur platter Slapstick übrig...

22:20 – 00:20 Alien – Die Wiedergeburt (Vox)
Sehr brutal und mit untypisch schrägen Elementen versehene Fortsetzung, die zwar deutlich hinter allen drei Vorgängern zurück bleibt, audiovisuell aber immer noch ein Hochgenuss ist und sogar selbstironische Züge entwickelt...

22:45 – 00:35 Volver (ARD)
Almodòvar ist immer einen Blick wert und dieser hier soll ganz besonders gut sein. Ich empfehle einfach mal, ohne den Film gesehen zu haben...

00:25 – 01:55 Chucky und seine Braut (Sat.1)
Ronny Yu impft der eingefahrenen und eher trockenen Reihe neue Impulse ein und zelebriert ein zynisches Spiel mit Genre-Klischees und krassen Schockmomenten. Witzig, wenn auch gewöhnungsbedürftig und sehr oft geschmacksunsicher...

Freitag, 26.06.

22:30 – 00:05 The Fog (Das Vierte)
Einer der unumstrittenen Klassiker von John Carpenter. Keine Frage, die Atmosphäre ist dicht und Jamie Lee spielt an der Seite ihrer Mutter Janet Leigh. Besonderen Reiz habe ich in dem Film nie erkannt, der mich schon als Kind eher kalt gelassen hat. Dann doch lieber „Halloween“ oder „The Thing“...

22:30 – 00:25 Shaun of The Dead (RTL II)
Wer ihn noch nicht kennt: Anschauen, der ist toll.

00:25 – 01:55 Chucky 3 (RTL II)
Stupider Slasher, in dem Chucky mal wieder einen auf Freddy macht und seine Kills mit selten dämlichen Kommentare versieht. Verstaubtes Horrorkino, das man unbedingt als Kind sehen muss sonst bleibt jeder Effekt aus. Also alle unter 12 bitte einschalten, der Rest kann schlafen gehen oder sich besseren Beschäftigungen widmen...